• Fachanwalt Familienrecht Rostock
  • Anwalt Reiserecht Rostock
  • Anwalt Strafverteidigung Rostock
  • Anwalt Medizinrecht Rostock
  • Anwalt Steuerrecht Rostock
  • Anwalt Erbrecht Rostock
Meistgesuchte Begriffe

Ihre Rechtsanwälte in Rostock

Willkommen auf den Internetseiten unserer Rechtsanwaltskanzlei in Rostock.

Wir stehen ihnen gerne bei ihren Rechtsfragen schnell und kompentent zur Seite. Für eine Rechtsberatung bieten wir ihnen einen einfachen Kommunikationsweg über das örtliche Telefon oder Kontaktformular an. Neben unserer Beratung informieren wir Sie auf unseren Seiten über das umfassende Leistungsspektrum unserer Kanzlei, aktuelle Urteile und Fälle.

Vereinbaren Sie mit uns einfach einen Termin.
Tel.: 0381 / 252 969 70

Aktuelle Themen und Rechtsfragen

Müssen Röntgenaufnahmen an einen Anwalt herausgegeben werden?

Bereich: Medizinrecht

Stellen Sie sich vor, sie waren bei einem Arzt in Behandlung und nachträglich kam es zu Komplikationen. Um eine Klage wegen Behandlungsfehlern anzustrengen, brauchen Sie alle Behandlungsunterlagen von dem Arzt. Doch was ist, wenn dieser sich weigert speziell Röntgenaufnahmen an ihren Anwalt herauszugeben? Kann er das einfach so?
In einem 2007 entschiedenen Prozess war genau dies der Fall: Der Arzt weigerte sich zunächst, die Aufnahmen herauszugeben und wollte eine gerichtliche Herausgabebescheinigung sehen. Das Oberlandesgericht München entschied daraufhin, dass die Einsichtnahme von Original-Röntgenaufnahmen durch den Patienten bzw. seinen Rechtsanwalt rechtens ist.
Nach der Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht durch den ehemaligen Patienten gibt es keine Gründe für eine Verweigerung seitens des Arztes, soweit die Röntgenbilder Zeugnis über die Behandlungsmaßnahmen ablegten. Da der Patient die Aufnahmen nur vorübergehend erhalten muss, solange wie eine Begutachtung und Auswertung dauert, steht einer solchen vorübergehenden Herausgabe weder das Eigentumsrecht des Arztes an den Bildern noch die Aufbewahrungspflicht für medizinische Dokumente im Weg. Auch die Herausgabe der Originale ist möglich: Der Arzt bekommt die Aufnahmen nach einer gewissen Zeit wieder und auch die Aufbewahrung nach Rückgabe kann weiterhin gewährleistet werden.
Folglich hat ein Patient ein Recht auf vorübergehende Überlassung seiner originalen Röntgenbilder, um sie zur Vorbereitung eines Rechtstreites gegen einen Arzt oder eine Klinik einzusehen und begutachten zu lassen.

Eine andere Frage kann manchmal sein, ob die Einsicht in die Behandlungsunterlagen des Arztes für den Patienten den Behandlungserfolg gefährden würde. Mit dieser Begründung kann teilweise dem Patienten ein direktes Einsichtsrecht in seine Patientenunterlagen verwehrt werden.


Haben Sie weitergehende Fragen zur Möglichkeit der Herausgabe von Behandlungsunterlagen, so rufen Sie uns an und vereinbaren einen Termin in unserer Rostocker Kanzlei. 

____

Ihr Ansprechpartner:

Foto von Mathias DrewelowRechtsanwalt LL. M.
Mathias Drewelow

Telefon: 0381/25296970
Fax: 0381/25296971
eMail: drewelow[ät]mv-recht.de
Web: Lebenslauf

Beweislast im Arzthaftungsprozess – wann spricht man von einem Befundauswertungsfehler?

Bereich: Medizinrecht

Ein Befundauswertungsfehler liegt vor, wenn die durch Untersuchungen erhobene medizinische Befunde falsch interpretiert werden. Man spricht dann von einem sogenannten Diagnoseirrtum. Wird ein Befund fehlerhaft ausgewertet und die Krankheit falsch diagnostiziert, übersieht der Arzt meistens eine wichtige Information und die Krankheit wird fehlerhaft behandelt (z.B. werden wichtige Behandlungsmaßnahmen nicht vorgenommen). Der Entscheidungs- und Beurteilungsspielraum eines Arztes ist jedoch sehr weit gefasst - denn auch die Medizin ist nicht komplett exakt, sondern Auslegungssache. Darum wird jede Diagnose, die medizinisch nicht völlig abwegig ist, nicht als Befundauswertungsfehler gewertet. Wenn die Deutung des Arztes also vertretbar bzw. nachvollziehbar ist, wird ihm kein Fehler zur Last gelegt.
Der Patient muss grundsätzlich vor Gericht den Beweis für einen Behandlungsfehler sowie dessen Ursächlichkeit für den entstandenen Gesundheitsschaden anführen. Schafft er es hingegen nicht nachzuweisen, dass der Schaden auf dem Behandlungsfehler beruht, ist er grundsätzlich beweisfällig geblieben und verliert den Prozess.

Ausnahmen werden gemacht, wenn ein grober Behandlungsfehler vorliegt.
Ein grober Behandlungsfehler ist eine unvertretbare Befundauswertung/Diagnose ohne vernünftigen Grund, bei dem das ärztliche Verhalten objektiv nicht mehr als medizinisch verständlich bezeichnet werden kann. Der behandelnde Arzt muss also deutlich gegen allgemein anerkannte Behandlungsregeln oder medizinische Erkenntnisse verstoßen haben.
Trifft dies nun zu, kommt es in Arzthaftungsprozess zu der Beweislastumkehr. Grundsätzlich muss jede Partei die für sie günstigen Tatsachen vor Gericht beweisen. Ausnahmsweise kommt es durch die Beweislastumkehr jedoch dazu, dass stattdessen die Gegenpartei nachweisen muss, dass eben solche Tatsachen nicht vorliegen. Dem Patienten wird also der Prozess dahingehend erleichtert, dass vom Gericht dann vermutet wird, dass ein solcher Schaden primär auf den vorliegenden groben Behandlungsfehler zurückzuführen ist. Außer der Arzt kann das Gegenteil beweisen.

Haben Sie weitergehende Fragen zum Problematik der Beweislast in Arzthaftungssachen, so rufen Sie uns an und schlidern Sie uns Ihren Fall.

____

Ihr Ansprechpartner:

Foto von Mathias DrewelowRechtsanwalt LL. M.
Mathias Drewelow

Telefon: 0381/25296970
Fax: 0381/25296971
eMail: drewelow[ät]mv-recht.de
Web: Lebenslauf

Nach oben