








Die OnlineKriminalität steigt in Deutschland von Jahr zu Jahr. Die Zahl der Straftaten, die mittels Internet begangen werden, stieg im Jahr 2010 laut Polizeistatistik um 20 Prozent auf 250 000 Fälle. Angesichts der hohen Dunkelziffer muss aber tatsächlich noch von 50 bis 60 Prozent mehr Betroffenen ausgegangen werden. Dabei kommt es immer häufiger zum Ausspähen persönlicher Daten und Passwörter. Der Datendiebstahl erfolgt dabei zunehmend mittels sogenannter Bootnets - hunderttausende oder millionen gekaperte Computer, die ohne das Wissen ihrer Besitzer zu Netzen zusammengeschaltet werden. Aus solchen Netzen verschi-cken die Betrüger dann unter anderem Spam- und Phishing-Mails an ihre Opfer und ergaunern so deren Nutzerdaten. Neben dem Phishing, bei dem PC-Nutzer mittels Links in E-Mails auf betrügerische Webseiten gelockt werden, um dort nach Aufforderung angeblich ihre Zugangsdaten zu aktualisieren, nutzen die Angreifer zunehmend Schadsoftware wie Trojanische Pferde, um persönliche Daten abzufangen. Zunächst wird dabei der sog. Trojaner unbemerkt auf dem PC des Opfers in Stellung gebracht. Auf diese Weise können Kriminelle dann alle Eingaben des Computerbesitzers bei Anmeldevorgängen oder Transaktionen direkt mitlesen oder die auf dem Rechner befindlichen Dateien nach bestimmten Stichwörtern durchsuchen. Dabei ist nicht einmal mehr ein Mausklick erforderlich, um sich mit einer solchen Schadsoftware zu infizieren. Vielmehr kommt es zur automatisierten Ausnutzung von Sicherheitslücken. Dabei wird ein Rechner oder auch Smartphone quasi im "Vorbeisurfen" infiziert. Schon beim Betrachten einer Webseite werden Schwachstellen im Browser oder im Betriebssystem ausgenutzt, um Schadsoftware, wie eben Trojaner, unbemerkt auf dem PC zu installieren. Aber auch mit E-Mails versendete Dateianhänge können den Computer mit einer solchen Schadsoftware infizieren.
Diese so gestohlenen persönlichen Daten des jeweiligen Nutzers lassen sich beim anschließenden Missbrauch nicht nur durch deren Weiterverkauf zu Geld machen. So können gerade über das E-Mailkonto leicht weitere Zugangsdaten erlangt werden. Insbesondere gestohlene Zugangsdaten für Handelsplattformen, wie beispielsweise Ebay oder Amazon, bieten eine ideale Grundlage für betrügerische Kauf- und Verkaufstransaktionen. Kennt der Täter erst einmal Ihre persönlichen Daten, wie Name, Adresse oder Kontoverbindung, kann er ganz nach Belieben unter Ihrer Identität neue Konten eröffnen, Waren bestellen, sogar Kredite aufnehmen, kurz gesagt Straftaten begehen. Oft vergehen Wochen, bis Betroffene diese Straftaten, die ein Anderer in ihrem Namen begangen hat, bemerken. Erst wenn unberechtigte Forderungen Dritter, Mahnungen von Inkassounternehmen oder gar Schreiben vom Gericht eintreffen, unerklärliche Abbuchungen von der Kreditkarte oder dem Konto erfolgen, werden die Opfer aufmerksam.
Ist man dann, wenn auch ganz unfreiwillig, in einen solchen Computerbetrug oder gar Identitätsdiebstahl verwickelt, ist es schwer, sich gegenüber den ggf. ebenfalls getäuschten Gläubigern zu entlasten. In einem solchen Fall ist es angeraten sich rasch anwaltlichen Rat zu holen. Ein Anwalt wird ihnen helfen sich gegen unberechtigte Forderungen Dritter zur Wehr zu setzen und Ihrem Recht auf Löschung der falschen Daten Nachdruck verleihen.