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Arzt darf sich nicht auf Angaben seines medizinisch gebildeten Patienten verlassen

Uns liegt ein Beschluss des OLG Koblenz vom 30.1.2012 vor. Dabei hatte das Gericht die Frage zu entscheiden, wie weit sich ein Orthopäde auf die Angaben seines Patienten zur Diagnose der Krankheit verlassen darf und welche ärztlichen Feststellungen bei einer akuten Schmerzsymptomatik der linken Körperseite zu treffen sind. In dem vorliegenden Fall wurde der Patient nach stärksten Schmerzen in der linken Körperseite durch den Notfallarzt in die Klinik gebracht. Dort gab der Patient an, der selbst Rettungssanitäter von Beruf war, die außergewöhnlich starken Schmerzen beruhten auf der Einklemmung eines Nerv im Bereich der Halswirbelsäule. Dies vermutete der Patient deshalb, weil er wegen einer ähnlichen Symptomatik im Oktober des Vorjahres internistisch untersucht und befundet wurde. Der Patient erwähnte gegenüber dem Orthopäden, dass dieses Leiden bereits internistisch abgeklärt wurde. Der Orthopäde selber diagnostizierte eine Querwirbelblockade und eine Muskelverspannung. Daraufhin entließ er den Patienten in die Häuslichkeit. Eine gute Stunde später brach der Patient bewusstlos zusammen und verstarb an einem nicht entdeckten Herzinfarkt.

 

Das Gericht führte aus, dass ein Arzt gegenüber dem Patienten verpflichtet ist, alles zur Erforschung und Behebung einer Erkrankung erforderliche zu unternehmen. Dabei sind eigene Diagnosen von Patienten, auch wenn sie selber medizinisches Wissen innehaben, kritisch aufzunehmen. Der Beklagte Orthopäde in diesem Fall ist danach verpflichtet gewesen, das Auftreten der Schmerzen beim Patienten genauer zu erfragen. Wenn er dies getan hätte und sich nicht mit den Angaben des Patienten zufrieden gegeben hätte, so wäre er auch zu der Erkenntnis gelangt, dass die Schmerzen auch noch internistisch abgeklärt hätten werden müssen. Die Untersuchung durch einen Internisten hätte dann den Verschluss der rechten Herzkranzarterie aufgedeckt. Diese unzureichende Befragung des Patienten nach dem Leiden verstand das Gericht als Behandlungsfehler. Zudem stellten die Richter fest, dass dem Orthopäden ein Befunderhebungsmangel anzulasten ist. Denn der Orthopäde hätte die internistische Diagnostik veranlassen müssen. Bei Durchführung  dieser Diagnostik wäre die tatsächliche Erkrankung zu Tage gekommen. Dieser Befunderhebungsmangel wurde vom Gericht dann als grober Behandlungsfehler eingestuft.

Der Orthopäde ist für diesen Fall strafgerichtlich auch noch zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt worden.

 

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