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Arzt darf telefonische Aufklärung eines Patienten nur bei einfachen Eingriffen vornehmen

Ein Arzt kann grundsätzlich Aufklärungsgespräche über eine bevorstehende Operation auch telefonisch gegenüber dem Patienten vornehmen.dies gilt aber nur für den Fall, dass es sich bei der angedachten Behandlung um einen einfachen Eingriff mit relativ unerheblichen Risiken handelt. In dem vorliegenden Fall war angedacht, dass ein Kinderchirurgie nach vor immer Information der Eltern durch den Kinderarzt eine Leistenhernienoperation durchführen wollte. Nachdem er die Mutter des Kindes in einem persönlichen Gespräch über die der Operation anhaftenden Risikeninformierte, wollte er den bei diesem Gespräch nicht anwesenden Vater zwei Tage vor der OP telefonisch über die Risiken aufklären. Anerkannt ist, dass vor einem ärztlichen Heileingriff an Kindern die Einwilligung in diesen Eingriff von beiden Elternteilen vorliegen muss. In Routinefällen kann ein Arzt davon ausgehen, dass ein einzelnes Elternteil dazu ermächtigt ist, die Einwilligung in die Behandlung auch für das abwesende Elternteil zu erklären. Geht es um schwerwiegende Eingriffe mit bedeutenden Risiken, muss sich der Arzt vergewissern, dass auch das nicht erschienene Elternteil sich mit dem Eingriff einverstanden erklärt.

Der BGH führte in seinem Urteil vom 15.6.2010 sodann aus, dass "ein Arzt in einfach gelagerten Fällen auch in einem telefonischen Aufklärungsgespräch sich davon überzeugen kann, dass der Patient die entsprechenden Hinweise und Informationen über die angedachte Operation verstanden hat. Ein Telefongespräch gibt ihm ebenfalls die Möglichkeit auf individuelle Belange des Patienten einzugehen und eventuelle Fragen zu beantworten. Dem Patienten bleibt es ja unbenommen, auf ein persönliches Gespräch zu bestehen. Erteilt der Patient aber (wenn auch nur konkludent) die Einwilligung in eine telefonische Aufklärung, so ist dies bei einfachen Eingriffen in Ordnung. Handelt es sich dagegen um komplizierte Eingriffe mit erheblichen Risiken, wird ein telefonische Aufklärung regelmäßig unzureichend sein." Um komplizierte Eingriffe handelt es sich zum Beispiel bei schwierigen Herzoperationen mit weit reichenden Folgen im Falle des Eintritts von Komplikationen. Hier wäre eine telefonische Aufklärung und angemessen.

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