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Zahnarzt muss vor Implantatversorgung über Gefahr einer dauerhaften Nervschädigung aufklären.

Uns liegt ein Beschluss des OLG Koblenz vom 22.8.2012 vor. In dem Beschluss hatte sich das Gericht mit der Frage zu beschäftigen, wie weit die Aufklärungspflicht eines Zahnarztes reicht, der einen Patienten mit einem Implantat versorgen will. In dem konkreten Fall kam es zu einer dauerhaften Nervschädigung bei dem Patienten. Das Gericht führte aus, dass über die Gefahr einer Nervschädigung vor der Durchführung der Implantatversorgung aufzuklären ist. Da dies in dem konkreten Fall nicht geschehen war, konnte der Patient keine wirksame Einwilligung in die konkrete Behandlung geben.

Eine wirksame Aufklärung konnte auch nicht durch den Hinweis in dem durch den Zahnarzt verwendeten Aufklärungsbogen geschehen, dass die Behandlung das Risiko einer Nervschädigung beinhalte. Denn, nach der Ansicht des Gerichtes, erschließt sich dem Patienten aus dieser Aussage nicht, dass die Nervschädigung zu dauerhaften Ausfällen und Beschwerden führen kann.

Die Implantatversorgung geschah damit rechtswidrig. Der Zahnarzt musste daher für die schädlichen Folgen des Eingriffes haften und dem Patienten Schadensersatz und Schmerzensgeld zahlen.

Das Gericht stellte weiter fest, dass der bei dem Patienten eingetretene Dauerschäden ein seltenes Risiko darstellt. Gleichwohl beurteilte das Gericht dieses Risiko als "aufklärungspflichtig", da die mit dieser Schädigung einhergehenden Komplikationen die weitere Lebensführung des Patienten besonders nachhaltig und tiefgreifend beeinträchtigen.

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