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Es stellt einen Behandlungsfehler dar, wenn der Arzt nicht über andere Behandlungsalternativen aufgeklärt hat.

Uns liegt ein Urteil der 4. Zivilkammer des Landgerichts Bielefeld vom 17.Juli 2012 vor welches  auf Berufung des Patienten abgeändert wurde. In dem Fall hat sich das Gericht mit der Frage auseinander Gesetzt ob ein Behandlungsfehler vorliegt, wenn ein Arzt nicht auf Behandlungsalternativen hinweist und wenn dieser die zweite Wahl einer Therapie anwendet.

Der Arzt führte beim Patienten eine  fotodynamische Therapie eines Basalzellkarzinoms an der rechten Wange durch. Diese Behandlung stellte sich als eine Therapie der zweiten Wahl heraus. In den darauffolgenden Jahren wurde der Patient auf Verdacht eines Rezidivs an der rechten Wange ambulant operiert. Kurz darauf nach der Operation wurde das entnommene Geweben untersucht und man stellte fest das es histologisch Tumore war. In den weiteren Verlauf wurden dem  Patient weitere Nachoperationen durchgeführt. Diese Therapie hat jedoch nicht dem fachmedizinischen Standard entsprochen.

Das Gericht hat nach dem Sachverhalt entschieden, das eine Behandlungsfehler vorliegt.     Der Arzt wurde auf Schmerzensgeld verurteilt. Zudem ist dieser Verpflichtet dem Patienten die weiteren materielle sowie zukünftigen- nicht vorhersehbaren immateriellen Schäden zu ersetzten. 

Wendet ein Arzt nicht die erste Wahl der Therapie an, den sogenannten „Goldenen Standard“, sondern die Therapie der zweiten Wahl, so liegt ein Behandlungsfehler vor. Wenn dieser die Therapie der zweiten Wahl anwendet ohne den Patienten darauf hinzuweißen und dieser sich eigentlich für die erste Therapie entschieden hatte, handelt dieser grob fehlerhaft. Das Verhalten von einem Arzt ist dann auch nicht mehr nachvollziehbar und unverständlich.

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Mathias Drewelow

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