• Fachanwalt Familienrecht Rostock
  • Anwalt Reiserecht Rostock
  • Anwalt Strafverteidigung Rostock
  • Anwalt Medizinrecht Rostock
  • Anwalt Steuerrecht Rostock
  • Anwalt Erbrecht Rostock
Meistgesuchte Begriffe

Ihre Rechtsanwälte in Rostock

Willkommen auf den Internetseiten unserer Rechtsanwaltskanzlei in Rostock.

Wir stehen ihnen gerne bei ihren Rechtsfragen schnell und kompentent zur Seite. Für eine Rechtsberatung bieten wir ihnen einen einfachen Kommunikationsweg über das örtliche Telefon oder Kontaktformular an. Neben unserer Beratung informieren wir Sie auf unseren Seiten über das umfassende Leistungsspektrum unserer Kanzlei, aktuelle Urteile und Fälle.

Vereinbaren Sie mit uns einfach einen Termin.
Tel.: 0381 / 252 969 70

Aktuelle Themen und Rechtsfragen

Welche Ansprüche können Sie bei Flugverspätung oder Flugausfall gegen die Airline geltend machen?

Bereich: Reiserecht

Es ist ein bekanntes Szenario. Man ist auf dem Weg in den Urlaub oder zu einem wichtigen Geschäftstermin und noch bevor man den Check-in Schalter erreicht zeigen einem die Informationstafeln, dass der ersehnte Flug Verspätung hat. Eine Verspätung von 1-2 Stunden kann wohl jeder tolerieren, aber welche Rechte hat man als Passagier, wenn sich der Flug um mehrere Stunden verspätet oder gar ganz ausfällt?

Welche Ansprüche Sie bei Flugausfall, Flugverspätung oder Nichtbeförderung geltend machen können ist vorwiegend in der EU-Fluggastrechteverordnung geregelt.

Allgemein haben Passagiere demnach je nach Ausgangslage, Ansprüche auf Betreuungsleistungen, Unterstützungsleistungen und im Besonderen auf  eine Ausgleichszahlung in Höhe von 250 - 600 EUR pro Person.

 

Wie hoch ist die Ausgleichszahlung bei Flugverspätung genau?

Die Höhe der Ausgleichszahlung richtet sich hierbei nach der Flugdistanz des betroffenen Fluges und ist wie folgt gestaffelt:

 

  • bis 1500 km  + Verspätung von mind. 2 Std.            → 250 EUR p.P.
  • 1500-3000 km + Verspätung von mind. 3 Std.         → 400 EUR p.P.
  • über 3500 km  + Verspätung von mind. 4 Std.         → 600 EUR p.P.

Maßgeblich für die Berechnung der Dauer der Verspätung ist dabei nach einer Entscheidung des EuGH vom 04. September 2014 nicht der Zeitpunkt des Aufsetzens des Flugzeugs am Zielort, sondern der Zeitpunkt des Öffnens der Türen.

 

Für welche Flüge gilt die EU-Fluggastrechteverordnung?

Die Verordnung gilt jedoch nicht für jeden Flug. Entscheidend für die Gültigkeit ist, dass der Flug innerhalb der EU startet oder von einer Fluggesellschaft mit Sitz in der EU bzw. Island, Norwegen oder der Schweiz durchgeführt wird und in der EU landet. Das heißt, beginnt der Flug nicht in der EU, können Ansprüche nur geltend gemacht werden, wenn es sich bei der Fluggesellschaft um ein europäisches Unternehmen handelt und der Flug innerhalb der EU endet.

Dabei ist es auch völlig unerheblich ob es sich bei dem Flug um einen Linien-, Charter- oder Billigflug handelt.

 

Was gilt für Flüge die nicht in den Anwendungsbereich der EU-Fluggastrechteverordnung fallen?

Aber auch wenn ihr Flug nicht von der EU-Fluggastrechteverordnung erfasst wird, ist es immer sinnvoll nach weiteren Anspruchsgrundlagen zu suchen. So gibt es in zahlreichen anderen Ländern ähnliche Fluggastrechte. Auch das von sehr vielen Ländern unterzeichnete und somit weltweit geltende Montrealer Übereinkommen (MÜ) enthält wenigstens ein Mindestmaß an Passagierrechten.

 

Wann habe ich noch einen Anspruch auf Ausgleichszahlung?

Auch wenn ihr Flug von der Fluggesellschaft komplett gestrichen wird können Sie neben der Erstattung des Reisepreises eine Ausgleichszahlung verlangen.

Ähnlich liegt der Fall, wenn Sie rechtzeitig mit den entsprechenden Papieren am Check-in Schalter eintreffen, Ihnen die Fluggesellschaft aber z.B. wegen Überbuchung die Beförderung verweigert. Auch hier besteht für Sie neben dem Anspruch auf Erstattung der Anspruch auf Ausgleichszahlung.

 

Was gilt bei außergewöhnlichen Umständen?

Die Fluggesellschaft muss jedoch nicht uneingeschränkt für Verspätungen oder Flugausfälle einstehen. So enthält die EU-Fluggastrechteverordnung eine Regelung darüber, welche die Fluggesellschaft bei „außergewöhnlichen Umständen“ nicht in die Pflicht nimmt. Außergewöhnliche Umstände sind dabei solche, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären. Diese sogenannten außergewöhnlichen Umstände sind jedoch eng begrenzt. So zählen zum Beispiel besondere Wetterbedingungen, Sicherheitsrisiken oder unerwartete Flugsicherheitsmängel hierzu.

Viel zu oft weisen Fluggesellschaft die Ansprüche der Passagiere auf Ausgleichszahlungen mit dem Argument „außergewöhnlicher Umstände“ zurück. Hiermit sollte man sich jedoch nicht zufrieden geben und genau prüfen. Nur in den wenigsten Fällen liegt auch tatsächlich eine Ausnahme vor, welche von der Fluggastrechteverordnung anerkannt ist.

 

Ansprüche geltend machen!

In jedem Fall einer Flugverspätung bzw. eines Flugausfalls sollten Sie ihre Ansprüche zunächst prüfen und sodann geltend machen. Sollte die Fluggesellschaft die Zahlung verweigern zögern Sie nicht anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wir stehen Ihnen hierbei selbstverständlich gerne zur Verfügung.

____

Ihr Ansprechpartner:

Foto von Inga NickelRechtsanwältin
Inga Nickel

Telefon: 0381/25296950
Fax: 0381/25296971
eMail: nickel[ät]mv-recht.de
Web: Lebenslauf

Eine nachträgliche Änderung der Kreuzfahrtroute kann zu einem Anspruch auf Reisepreisminderung führen

Bereich: Reiserecht

Wie das AG München mit Urteil vom 26.03.2015 - AZ. 275 C 27977/14 entschied, kann die Routenänderung einer geplanten Kreuzfahrt Ansprüche auf Reisepreisminderung für den Reisenden bedeuten.

Im Ausgangsfall hat der Kläger für sich und seine Ehefrau eine Schwarzmeer-Kreuzfahrt im September 2014 bei dem beklagten Reiseveranstalter gebucht. Bei dieser Kreuzfahrt sollten die Häfen Katakolon (Griechenland), Istanbul (Türkei), Jalta (Ukraine), Odessa (Ukraine), Constanza (Rumänien) und Gythion (Griechenland) angelaufen werden.

Mit Schreiben vom Juli 2014 teilte das Reisebüro dem Kläger mit, dass sich die Kreuzfahrtroute ins Schwarze Meer aufgrund der aktuellen politischen Situation geändert habe, sodass die Häfen in Odessa und Jalta durch Anfahrt der Häfen Burgas (Bulgarien), Volos (Griechenland) und Izmir (Türkei) ersetzt werden. Man wies ebenfalls darauf hin, dass eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung nicht möglich sei. Der Kläger trat daraufhin die Reise an.

Kurz vor der Abreise in Istanbul teilte der Kapitän des Schiffes mit, dass aufgrund von schlechtem Wetter die Überfahrt ins Schwarze Meer durch die Dardanellen, sowie die Häfen Burgas, Volos, Izmir und Constanza vollständig gestrichen wurden und als Ersatz die Häfen Marmaris (Türkei) und Dubrovnik (Kroatien) angelaufen werden.

Nach Rückkehr von der Reise forderte der Kläger 30 % Reisepreisminderung. Der Reiseveranstalter lehnte dies mit der Begründung ab, dass der Kläger nach der ersten Änderung den vollen Reisepreis entrichtet und somit die Reise akzeptiert habe.

Das Gericht hingegen gab dem Kläger Recht. Es stellt fest: Die von der Beklagten tatsächlich durchgeführte Kreuzfahrt durch das östliche Mittelmeer entsprach nicht der vom Kläger ursprünglich gebuchten Schwarzmeer-Kreuzfahrt mit der Durchfahrt durch die Dardanellen und der Anfahrt der Häfen Jalta und Odessa bzw. nach der ersten erfolgten Änderung der Häfen Burgas, Volos, Izmir und Constanza. Daher war die gesamte Reise mangelhaft. Da das Reiseunternehmen dem Kläger hat mitteilen lassen, dass er die Reise nicht stornieren kann, habe er auch nicht vorbehaltlos bezahlt.

Der Minderungsanspruch des Klägers entfällt auch nicht wegen„höherer Gewalt, aufgrund der politischen Unruhen mit Kriegszuständen in der Ukraine und des schlechten Wetters. Denn auch höhere Gewalt beeinträchtigt die Einstandspflicht des Reiseveranstalters nicht.

Zur Höhe des Minderungsanspruches stellt das Gericht fest:

Eine Kreuzfahrt ist eine Mischung aus kulturellen und landschaftlichen Höhepunkten, gepaart mit der Besonderheit der ständigen Fortbewegung auf dem Meer. Bei einer Kreuzfahrt, die ursprünglich in das Schwarze Meer führen sollte, tatsächlich aber nur im östlichen Mittelmeer durchgeführt worden ist, wird der Gesamtcharakter der Kreuzfahrt entsprechend geändert. Daher ist der Minderungsanspruch auf den Gesamtreisepreis vorzunehmen.“ Das Gericht sprach dem Kläger eine Minderung von 30 Prozent des Reisepreises zu.

Sollte die Reiseroute auch bei ihrer Kreuzfahrt noch vor Reiseantritt oder gar während der Reise geändert werden, gilt es immer zu prüfen ob die Änderung auch gleich einen Reisemangel darstellt. Sollte dies der Fall sein, können Sie eine Reisepreisminderung geltend machen.

Bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche sind wir Ihnen gerne behilflich. Kontaktieren Sie uns telefonisch oder per E-Mail.

____

Ihr Ansprechpartner:

Foto von Inga NickelRechtsanwältin
Inga Nickel

Telefon: 0381/25296950
Fax: 0381/25296971
eMail: nickel[ät]mv-recht.de
Web: Lebenslauf

Nach oben